In der modernen Brandschutzplanung stehen Architekten, Unternehmen und Kommunen oft vor der Herausforderung, große Mengen Löschwasser effizient und kostengünstig bereitzustellen. Während klassische Beton- oder Stahlzisternen oft mit hohen Baukosten und langwierigen Genehmigungsverfahren verbunden sind, gewinnen flexible Löschwasserbehälter immer mehr an Bedeutung. Als innovative Alternative zu unterirdischen Löschwasserbehältern bieten diese oberirdischen Textilspeicher eine beeindruckende Flexibilität bei maximaler Sicherheit.
Warum eine Alternative zu unterirdischen Löschwasserbehältern sinnvoll ist
Klassische Löschwasserbehälter werden meist tief im Erdreich versenkt. Das spart zwar Platz an der Oberfläche, ist jedoch mit massiven Erdarbeiten, Abdichtungsmaßnahmen und hohen Investitionskosten verbunden. Flexible, oberirdische Falttanks hingegen lassen sich ohne tiefgreifende Baumaßnahmen auf nahezu jedem tragfähigen Untergrund installieren.
Die wichtigsten Vorteile auf einen Blick:
- Kosteneffizienz: Signifikant geringere Investitionskosten im Vergleich zu Beton- oder Stahlsystemen.
- Schnelligkeit: Die Installation erfolgt unmittelbar und ohne schweres Gerät.
- Wartungsarmut: Es sind keine regelmäßigen mechanischen Interventionen oder aufwendige Reinigungen nötig.
- Mobilität: Die Tanks sind freistehend, mobil und können bei Standortwechseln einfach wiederverwendet werden.
Technische Überlegenheit durch geschlossene Systeme
Ein entscheidender Vorteil gegenüber offenen Löschwasserteichen oder herkömmlichen Zisternen ist die geschlossene Bauweise der flexiblen Tanks. Gefertigt aus robustem, mehrschichtigem Hochleistungskunststoff (PVC/PE), bleibt das Wasser im Inneren vor äußeren Einflüssen geschützt.
Da kein Licht in den Behälter dringt und keine Luftpolster entstehen, wird das Wachstum von Mikroalgen oder Larven unterbunden. Das Wasser bleibt über Jahre hinweg sauber und frei von Oxidation. Zudem verhindert die geschlossene Hülle die Verdunstung – der Wasserstand bleibt konstant bei 100 %, was im Ernstfall lebenswichtig sein kann.
Frostschutz und Wetterbeständigkeit: Einsatz von -30°C bis +70°C
Oft wird die Frage nach der Winterfestigkeit oberirdischer Systeme gestellt. Die hier beschriebenen flexiblen Reservoirs sind für extreme Temperaturbereiche ausgelegt. Selbst bei tiefen Minustemperaturen von bis zu -30°C bleibt das Wasser im Inneren flüssig und einsatzbereit.
Für die Entnahme stehen drei verschiedene Anschlussoptionen zur Verfügung, um die Frostsicherheit zu garantieren:
- Mobile Version: Direkte Entnahme über Storz-A-Kupplungen, optional mit einer thermischen Schutzhülle für das Ventil.
- Hydranten-Lösung: Frostfreie Entnahme über einen Hydranten mit trockener, unterirdischer Rohrleitung gemäß DIN 14244.
- Kundenleitung: Anschluss an eine bauseitig vorhandene, unterirdische Rohrleitung für maximale Wetterunabhängigkeit.
Vielseitige Einsatzgebiete im Brandschutz
Die Einsatzmöglichkeiten für flexible Löschwasserbehälter sind nahezu unbegrenzt. Sie dienen nicht nur als dauerhafte Brandschutzlösung, sondern auch als temporäre Absicherung:
- Industrie & Logistik: Als kostengünstige Brandschutzreserve für Lagerhallen und Gewerbegebiete.
- Baustellen & Events: Temporäre Wasserversorgung, wo fest installierte Hydranten fehlen oder während Umbaumaßnahmen deaktiviert sind.
- Landwirtschaft & Forst: Schnelle Bereitstellung von Löschwasser in waldreichen oder ländlichen Gebieten zur Bekämpfung von Waldbränden.
- Erneuerbare Energien: Absicherung von PV-Parks, Windfarmen und Umspannwerken in entlegenen Lagen.
Sicherheit und Behördenmanagement
Ein wesentlicher Aspekt bei der Wahl einer Alternative zu unterirdischen Löschwasserbehältern ist die Sicherheit für die Bevölkerung. Im Gegensatz zu Löschwasserteichen besteht bei geschlossenen Falttanks keine Ertrinkungsgefahr für Kinder oder Tiere. Zudem entfällt die Verschlammung, was die Betriebskosten über Jahrzehnte hinweg minimiert.
Hinweis zur Genehmigung: Obwohl die Tanks technisch alle Anforderungen erfüllen, ist die Anerkennung als offizielle Löschwasserreserve projektabhängig. Eine frühzeitige Abstimmung mit der örtlichen Feuerwehr oder der Brandschutzbehörde wird daher ausdrücklich empfohlen.
Fazit
Mit einem Fassungsvermögen von bis zu 2.000 m³ stellen flexible Löschwasserbehälter eine leistungsstarke und ökonomische Alternative zu starren Systemen dar. Sie kombinieren die Robustheit technischer Gewebe mit einer unkomplizierten Handhabung. Ob als dauerhafter Ersatz für eine fehlende Wasserleitung oder als mobile Reserve bei Großbränden – die flexible Zisterne ist die Antwort auf moderne Brandschutzanforderungen.